Videospiele-Markt im Aufschwung

By | 5. Juli 2011

Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat fast alle Branchen mehr oder weniger stark getroffen. Auch in der Videospiele-Branche wurde das Wachstum nach einigen Jahren durch die Krise vorerst gebremst.

Eine nun veröffentlichte Analyse zeigt erstmals wieder deutliches Wachstum. Im Jahresvergleich von 2010 auf 2011 ist der Markt für Videospiele um geschätzte 10,4 Prozent gewachsen. Das renommierte Marktforschungsunternehmen Gartner berechnete den jährlichen Umsatz mit Videospielen auf 74 Milliarden Dollar.

Experten gehen von einem länger anhaltenden positiven Trend aus. Bis zum Jahr 2015 wird jährlich ein ähnlich starkes Wachstum erwartet, dann könnte sich der Umsatz bereits auf 112 Milliarden Dollar belaufen. Für diesen positiven Trend gibt es mehrere Anhaltspunkte:

• Als größten Wachstumstreiber sehen die Analysten allerdings die Online-Games, welche immer stärkere Verbreitung finden und selbst in die sozialen Netzwerke wie Facebook vordringen. Die Online-Spiele sollen von zuletzt von 11,9 Milliarden auf 28,3 Milliarden Dollar Umsatz wachsen. Dies erklärt auch, warum beispielsweise Zynga auf einen Börsenwert von rund 20 Milliarden Dollar geschätzt wird.

• Außerdem sollen neue Konsolen die momentan gesättigten Konsumenten zu Neukäufen veranlassen. Nintendo hat etwa die Wii U angekündigt, von Sony wird die Playstation Vita und eine weitere stationäre Konsole erwartet. Gerüchteweise sollen auch andere Hersteller wie Panasonic über einen Wiedereinstieg auf den Konsolenmarkt nachdenken.

• Hinzu kommt ein wachsender Anteil von Spielen auf Smartphones. Mini-Spiele für die neu entdeckte Zielgruppe der „Casual Gamer“ machen bereits jetzt einen signifikanten Anteil unter den verkauften Apps im iTunes Store oder Android Market aus.

Der Trend ist hocherfreulich für die Videospiele-Branche. Doch diese Entwicklungen rufen auf Kritiker auf den Plan. Nicht selten wird davor gewarnt, dass sich Kinder mittlerweile zu wenig bewegen und zu viel Zeit zu Hause mit Videospielen verbringen. Selbst Shigeru Miyamoto von Nintendo rief unlängst dazu auf, dass Kinder mehr Zeit im Freien verbringen sollen. Ob sich Videospiele abseits von Bewegungsmangel positiv oder negativ auswirken, ist unterdessen nach wie vor umstritten: Verschiedene wissenschaftliche Studien kommen hier zu unterschiedlichen Ergebnissen.

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